Personal Log 002: Lars Sandbergen – Freund befreit und Psioniker getroffen

Nach dem Hackerangriff auf den elektronischen Küchenchef, der uns betäubt zurückließ, war ja Oz verschwunden. Ich aktivierte alle möglichen Gefallen, die mir noch jemand schuldete, damit alle offenen Augen der Stadt – ob biologisch oder elektronisch – nach ungewöhnlichen Vorfällen Ausschau halten. Und es lohnte sich, mehr als ich zu hoffen gewagt hatte.

Ich war unterwegs im Gleiter, als jemand, den ich hier nicht nennen möchte, mich auf einen obskuren Transport aufmerksam machte. Gefangenentransport in einem Wagen, der nicht dafür gedacht war. Leute, die so etwas nicht tun sollten.

Kurze Abwägung, ob Zeit war, die anderen zu holen oder nicht – ich entschloss mich für schnelle Aktion und Leichtsinn. Ich dankte für all die Erfahrung, die ich in meiner Jugend beim Eigentumstransfer freilebender Gravgleiter gesammelt hatte und rammte den anderen Gleiter. Er drehte sich wie ein Kreisel, bis er an einer Wand unsanft gestoppt wurde. Die Fahrerin war ausser Gefecht, ich riss die Hintertür auf. Oz, angekettet an der Wand, etwas benommen. Sein Bewacher, nicht angekettet und wüst hin- und hergeschleudert, deutlich mehr benommen. Ich schaltete ihn aus und befreite Oz, bevor er in das Lager im Hinterland oder wer weiss wohin gebracht werden konnte.

Damit nicht genug der Aufregungen an diesem Tag. Später brachten Raoul  und ich nur Melissa – nicht Melissa Dennis – zu ihrem Haus. Vor dem Haus ein auffällig unauffälliger Wagen. In dem Wagen zwei auffällige Gestalten – eine Punkfrisur, ein Afro-Look, vier Psioniker-Handschuhe. Raoul eröffnete sofort das Feuer. Auf mich. Deswegen gehören Psioniker verboten. Ich konnte seine Kugel ebenso ignorieren wie einen psychoangriff und Zerschoss ihnen zumindestens die Windschutzscheibe. Dann rasten sie auf uns los und versuchten uns ganz ohne Psikräfte plattzufahren.

Wir konnten ausweichen, sie flohen. Als brave gesetzestreue Bürger setzten wir uns auf den Bürgersteig und warteten auf die Polizei. Die offensichtliche Notwehrsituation leuchtete auch der Polizei ein, so dass wir nach Vernehmung als freie Menschen die Polizeiwache verlassen konnten.

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