Kopfgeldjagd – Peace Keeper oder Bounty Hunter?

Das Universum kann ein gefährlicher Ort sein. Insbesondere dann, wenn man irgendwo mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist.

Bedingt durch die doch sehr unterschiedliche Jurisdiktion in den einzelnen Systemen, auf den einzelnen Welten und vor allem in den unterschiedlichen politischen Einflussgebieten, treten viele Gesetzesbrecher im wahrsten Sinne des Wortes die Flucht nach vorn und vor den jeweiligen (lokalen) Autoritäten an und versuchen, z.B. durch eine Passage auf einem Schiff in ein anderes System, ihrer möglichen Bestrafung zu entkommen.

Das zwar sehr zuverlässige X-Boot-System, welches Informationen bedingt durch den sog. Ripple-Effekt oftmals nur sehr langsam verbreitet (insbesondere, je weiter man sich aus dem Core entfernt), trägt dazu bei, dass der Abgleich lokaler Datahashes mit denen anderer Welten einem flüchtigen Verbrecher Wochen bis Monate an Vorsprung bescheren kann.

Hier kommen die Peace Keeper oder Bounty Hunter ins Spiel.

Weder Friedenswächter noch Kopfgeldjäger sind Begriffe der Neuzeit, gab es sowohl die Bezeichnung als auch die damit verbundenen Tätigkeiten schon lange bevor die Menschheit nach den Sternen griff.

Plakate an Hauswänden mit Sprüchen wie „tot oder lebendig“ und „hohe Belohnung“ sind zwar schon lange Geschichte, die Idee aber, jemandem für die Jagd auf Menschen ein Kopfgeld zu versprechen ist nach wie vor sehr lebendig.

Die Geschichte der Bounty Hunter

Neben den zuvor angesprochenen Fahndungspostern und -plakaten und der schillernden Epoche des sog. Wilden Westens mit berühmten Bounty Huntern wie Pat Garret, der im Jahre 1881 AD Henry McCarty (auch als Billy the Kid bekannt) mit einem legendären Hinterhalt in Fort Summer zur Strecke brachte, erstreckt sich die Jagd auf flüchtige Verbrecher weit zurück bis ins England des 13. Jahrhunderts.

Zu dieser Zeit war es unüblich, ein Kaution in barer Münze für einen vermeintlichen Straftäter zu fordern, aber man bestellte einen Bürgen, der dafür Sorge zu tragen hatte und verantwortlich war, dass der Prozess im Beisein des Angeklagten stattfinden konnte. Kam der Bürge dieser Pflicht nicht nach, wurde er oftmals selbst für die Verbrechen des eigentlichen Angeklagten zur Rechenschaft gezogen. Nicht selten bedeutete das den Tod für den Bürgen …

Einige hundert Jahre später, im Jahre 1679 AD, wurde das Kautionssystem ins Leben gerufen und das Britische Parlament erließ den sog. Habeas Corpus Akt, der es Angeklagten erlaubt, gegen Zahlung einer Kaution vorerst auf freien Fuß gesetzt zu werden.

Die USA übernahmen dieses System mit einigen Anpassungen und im Jahre 1873 AD gewährte der Oberste US Gerichtshof im Fall „Taylor vs Taintor“ Kopfgeldjägern erstmal die Befugnis, als Agenten für Kautionsbürgen tätig zu werden.

Diese Befugnisse waren recht weitreichend. So konnte ein Bounty Hunter einen Flüchtenden über Staatsgrenzen hinweg verfolgen oder nach eigenem Ermessen in das Haus, die Wohnung oder den Unterschlupf eines Flüchtigen ohne Durchsuchungsbefehl eindringen.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Anpassungen an dieses System vorgenommen, bei denen man noch von einem demokratischen Grundverständnis ausgehen konnte …

Die Situation der Bounty Hunter heute …

Die moderne Kopfgeldjagd lebt fort und die Bounty Hunter sind nicht länger auf einen Planeten beschränkt oder an lokale Gesetze gebunden … Viel Aufsehen erregte z.B. Joshua Penhalligon, dessen Frau und Tochter um 97 PE/2257 AD einem Verbrechen im Einflussgebiet der Earth Alliance (EA) zum Opfer fielen und der fortan sein gesamtes Vermögen und all seine Kontakte einsetzte, um die flüchtigen Täter zur Strecke zu bringen, da ihm die Unterstützung der EA nicht weit genug ging.

Heute leitet der über 80jährige Penhalligon „Interstellar Bounty Services (IBS)“, eine der ruchlosesten Bounty Hunter Gilden im bekannten Universum mit Sitz auf Szabor in der Corporate Sector Authority (CSA).

Neben IBS gibt es eine Vielzahl von Gilden und Gruppierungen, die sich der Kopfgeldjagd verschrieben haben. Allerdings operieren nur wenigsten dieser Gilden galaxisweit, meist beschränkt sich deren Einsatzgebiet auf den Raum einer oder zwei der großen politischen Fraktionen.

So kommt es dann auch, dass jede Fraktion ihr eigene Bounty Hunter Lizenz ausstellt, die zumindest im Namen noch den Gedanken des „Friedenswächters“ trägt:

  • Interstellar Peace Keeper Certificate (IPKC) *
  •  Alliance Peace Keeper Certificate (APKC)
  • Marsian Peace Keeper Certificate (MPKC)
  • Corporate Peace Keeper Certificate (CPKC)

* eine IPKC wird nur an Individuen ausgegeben und kann nicht über eine Organisation oder Bounty Hunter Gilde erlangt werden.

Allen Peace Keeper Certificates ist gemein, dass sie dem Inhaber das Recht einräumen, (schwer) bewaffnet und gerüstet in der Öffentlichkeit auftreten zu dürfen und dafür nicht belangt werden zu können. Auf diese Weise entsteht natürlich eine gewisse Abhängigkeit der Bounty Hunter zu ihrer jeweiligen Gilde oder Organisation, die ein PKC auch jederzeit widerrufen und den (ehemaligen) Inhaber dadurch in ernsthafte Schwierigkeiten bringen kann.

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