Personal Log 003: Tigress „Gespräch mit Melissa“

Kapitel 7 „Gespräch mit Melissa“ 

Alle Gedanken drehen sich nur noch um das Schiff. Es ist ein Hin und Her von Ideen, Einwänden, Skrupeln und Zweifeln – eigentlich sind aber alle dabei. Wir brauchen ein Schiff, um diese Kinder finden und retten zu können. Und der Gedanke, eines zu besitzen beflügelt auch alle irgendwie, inzwischen hat uns sogar der Chief schon mit dem Gedanken infiziert, dass die 21’er die beste Wahl wäre. Und gerade jetzt wäre es wirklich einfach, das über T2S2 zu erledigen. Die 21’er entern und für die Mission benutzen, Codes und Freigaben für den extended Corporate Sector, Übergabe und Tausch in ein legales Schiff. Und ja, das Massaker, dass sie an den Söldnern angerichtet haben, ist echt übel, und ja, es sind skrupellose Schlächter – aber wir benutzen sie doch nur!!!

Trotz allem scheint Lars nicht glücklich mit dieser Entscheidung und er ist der einzige „normale“ Mensch in unserer Runde – ohne Schuld, ohne Sühne, ohne militärischen oder Outlaw Hintergrund. Vielleicht sollte ich auf ihn hören, er hat das Herz am rechten Fleck und einen gesunden Menschenverstand. Und sicher schadet es mir nicht, mal nicht als Yakuza oder Geheimdienstler zu denken, nur so kann ich schließlich auch wirklich einen neuen Weg, MEINEN Weg gehen!!!

Und wenn es diesen anderen Weg wirklich gibt?!? Ich sollte es zumindest versuchen, vielleicht gibt es ja doch noch Kräfte, auch unter den Reichen und Mächtigen, die die Worte Moral und Ehre kennen. Wenn nicht wäre ja sowieso alles egal, Führung braucht das einfache Volk auf jeden Fall – sie können nicht für sich selber entscheiden.

Diese Melissa könnte ein Weg sein, Lars vertraut ihr und sie sind Freunde; und ich vertraue ihm. Ihre Partys sind sicher auch Hinterzimmer-Diplomatie und voller Politik. Sie weiß von Os und hat sogar sein Alien-Artefakt untersucht und dessen Echtheit bestätigt. Er lebt, ist frei und hat seinen Kristallschädel noch. Das spricht für sie!!! Und ich hatte in letzter Zeit wirklich meistens Glück mit der Entscheidung, meine Paranoia bei Seite zu lassen und zu vertrauen, ja selbst den Leuten einen Vertrauensvorschuss zu gewähren …

 

Trotz des Stresses wegen der Party-Vorbereitungen bekommen wir quasi sofort einen Termin mit Melissa Dennis. Wir werden von einem Luxus-Shuttle mit Sicherheitsleuten abgeholt. Gute Leute auf den ersten Blick, aber mit echt albernen Outfits. Die gesamte Sicherheit scheint teuer und gut konzipiert zu sein: Straßensperren, Einsatzgruppen, schnelle Fahrzeuge und jede Menge von Sensoren. Aber falls die Yakuza hier zuschlägt (und diese Lady ist verzweifelt genug für so eine Idee), wird das ein militärischer Angriff und dafür reicht das nicht. Ich sollte sie darauf ansprechen und sie warnen.

Sie empfängt uns im Pool, dass ist schon etwas dekadent, hat aber auch was. Das Haus macht sowieso einen guten Eindruck und so viel warmes Wasser hier auf diesem kaltem Planeten ist schon wirklich etwas Besonderes, also rein da. Sie hat viele Outfits im Angebot und hat auch etwas für uns da. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, aber scheint das Motto der Party zu sein „Die wilden 20’er“ – irgendeine Epoche von TERRA. Danke für die Info Lars, ich wäre im kleinen Schwarzen gekommen. Lars muss aber sowieso einiges einstecken von ihr, also haue ich nicht auch noch in diese Kerbe. Eine komische Art von Freundschaft, die die beiden da pflegen. Aber sie ist eine wirklich sympathische, interessante und auch ziemlich attraktive Frau …

Ich taste mich langsam ran und bin überrascht über ihre Weltoffenheit und ihre Toleranz, nur der unfreiwillige Versuch mich mit einer Olive zu erschießen war komisch. Ich riskiere es also und erzähle ihr, das wir Beweise für die Existenz von Aliens haben und deren Technologie die unsere, zumindest in einigen Bereichen, sogar übertrifft. Sie ist offen, neugierig und leicht zu begeistern.

Ich zeige ihr die Videos und trotz meiner Warnung muss sie sich spontan übergeben – zum Glück ist sie aber Dame genug, um es aus dem Pool zu schaffen. Sie ist mit Feuer und Flamme dabei und will uns helfen den richtigen Partner zu finden, um die Kinder zu retten und die Informationen vernünftig zu verwerten. Wir schließen einige Leute aus, weil wir die direkte Einbindung einer MegaCorp verhindern wollen und andere, weil sich nicht über ein Schiff verfügen oder über genug Einfluss um eines zu besorgen. Ein paar fallen auch einfach aus, weil Profit für sie an oberster Stelle steht oder sie mit dem Mars zu tun haben, dessen Rolle bei der ganzen Sache ja eher unklar ist. Sie bestätigt aber auf jeden Fall, dass Tamika Simpson (vor allem über ihren SFI Berater) die nötigen Möglichkeiten hätte, uns auch weitreichend im extended Corporate Sector zu unterstützen.

Folgende Personen kommen nach ihrer Einschätzung in Frage:

Timothy Hoyt (Hoyt Incorporate)

Sie kennt ihn sehr gut und einige der Beschreibungen gehen fast in die Richtung eines väterlichen Freundes, der sie auch finanziell schon unterstützt hat. Er ist ein Mann der Tat und weniger Worte, er pflegt das Image eines harten Hundes.

Sie weiß allerdings nicht genau, ob das Schiff (die 21’er) wirklich ihm gehört. Sie bringt dabei auch noch Joyce Cross (TSA) ins Spiel, die ihm wohl irgendwie nahe steht. Sie ist eine Forscherin, die mit einer (von Alientechnologie inspirierten) „eigenen“ Erfindung ihren Status deutlich verbessern könnte und dafür wohl recht zugänglich wäre.

Vielleicht wäre er auch der Typ für eine Demonstration nach der Art: „Ich melde mich in 3 Stunden von Bord ihres Schiffes, ihre Leute werden dabei, abgesehen von ein paar Prellungen und Veilchen, nicht zu Schaden kommen. Sehen sie es als eine Art Sicherheitsübung.“

George Eldridge (Nachbar)

George und sein Mann sind ihre Nachbarn, sehr reiche Leute mit einem Fable für das Besondere und Ungewöhnliche. Extravagante Individualisten mit dem Herz am rechten Fleck. Sie verfügen aber „nur“ über ein Transportschiff. Wären aber ansonsten wohl die beste Wahl. Sie denkt auch, sie gut einschätzen zu können.

Phillip Denning (Denning Technologies)

Ein Geschäftsmann, der für so etwas genau der Richtige sein könnte und den sie auch schon seit langer Zeit kennt. Ich schließe ihn aber eher aus, weil er erstens kein Schiff mehr hat und zweitens den Leuten von damals eher negativ gegenüber stehen könnte.

 

Generell möchte ich natürlich aber auch die Party nutzen, um Kontakte zu knüpfen und noch die ein oder andere Information zu erhalten. Ich werde also versuchen mit allen einmal zu sprechen, mit diesen Personen aber auf jeden Fall:

Bjarne Ericson (IBS)

Bjarne muss ich noch ein wenig mit Informationen füttern und dann versuchen, ihn zu bitten, mir bei den Bewegungsrechten im extended Corporate Sector zu helfen. Vielleicht kann ich über einen Sub-Unternehmer-Kontrakt quasi unter der Flagge des IBS segeln. Die Kindersache verstehen gerade die gut, wenn es einen Auftraggeber erfordert, kann Melissa vielleicht einspringen. Schließlich geht es ja um keine Corporation, die zur CSA gehört.

Chua Orosz (Lt. General MCI)

Bei ihm will ich noch den einen oder anderen Pluspunkt sammeln, vielleicht zum Thema Explosion, entführter Major oder aktuelle Sicherheitslage (Kreuzer und Co.).

Tamika Simpson (T2S2 und indirekt SFI)

Ich muss die Chance einfach nutzen, den Kontakt etwas zu festigen und belastbar zu machen. Zum Einen ist das immer gut, zum Zweiten kann es meinen Mädels in der Heimat helfen und zum Dritten kann ich im Notfall versuchen, über sie Codes oder Zugangsberechtigungen zu bekommen. Ich sollte ihr auch noch mal von der möglichen Verbindung zwischen der hiesigen Yakuza und OCIC berichten, vielleicht kann sie das sinnvoll nutzen bei der Suche nach ihr oder einer Falle aus dieser Richtung ausweichen.

Mit ihrem Berater (SFI) kann man vielleicht auch noch mal über das Thema Frau Doktor Thierse sprechen.

CombiSep Team

Ein wenig Smaltalk um zu sehen ob die normal ticken oder doch irgendwie emotional beeinflusst sind um ihre Anteilnahme und ihre Moral zu unterdrücken.

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